Dez 282010
 

FRANKFURT (Dow Jones)–Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag kaum verändert geschlossen, wobei das Geschäft abermals sehr ruhig verlief. „Hier hat praktisch niemand mehr etwas gemacht“, meinte ein Marktteilnehmer. Hinzu kam, dass die Börse in London auch am Dienstag feiertagsbedingt geschlossen war. (Foto: Dt. Börse)

Der DAX gewann einen auf 6.972 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 32,0 (Vortag: 44,1) Mio Aktien im Wert von rund 1,16 (Vortag: 1,55) Mrd EUR. Die US-Konjunkturdaten konnten den Markt nicht aus seinem Winterschlaf reißen, obwohl sich das vom Conference Board ermittelte US-Verbrauchervertrauen im Dezember überraschend eingetrübt hatte.

Ein Volkswirt der Postbank gab allerdings Entwarnung. Während das Verbrauchervertrauen seit Monaten auf niedrigem Niveau dümpele, weiteten sich die Konsumausgaben stetig aus. Damit dürften die US-Verbraucher trotz ihrer schlechten Stimmung auch in den nächsten Quartalen maßgeblich für die Konjunkturerholung verantwortlich sein. Zudem gab es auch erfreuliche US-Daten. So schoss der Richmond-Fed-Index im Dezember auf einen Stand von 25 von zuvor 9, was die anziehende wirtschaftliche Aktivität in anderen Regionen, die ähnliche Indizes zuvor gezeigt hatten, bestätigte.

Autowerte gaben erneut etwas nach. Damit litt der Sektor den zweiten Tag in Folge unter der Leitzinserhöhung in China und der Ankündigung Pekings, die Anzahl der Pkw-Neuzulassungen in der Stadt im kommenden Jahr deutlich zu beschränken. „Die höhere Bewertung der deutschen Autobauer ist zum Teil auf die Wachstumsfantasie in den Schwellenländern zurückzuführen“, begründete ein Händler die Verluste. Nachdem sich BMW im Jahresverlauf fast verdoppelt hatten, verlor die Aktie 1,6% auf 58,25 EUR.

Besser hielten sich dagegen Daimler, die lediglich um 0,1% auf 51,50 EUR nachgaben. Als positiv werteten Händler einen Bericht der „Börsenzeitung“, wonach eine Abspaltung der Lkw-Sparte nun doch in Betracht gezogen wird. „Von Anlegern ist das schon lange gefordert worden“, so ein Händler. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde damit der bisherige Konglomeratsabschlag beseitigt.

ThyssenKrupp büßten 0,3% auf 31,50 EUR ein. Händler verwiesen auf Berichte, wonach der Verkauf von Blohm & Voss an Abu Dhabi Mar sich verzögern könnte. Siemens schlossen dagegen unverändert mit 94,36 EUR und damit nur knapp unter dem bisherigen Jahreshoch. Der Münchner Konzern hat aus den USA einen Großauftrag für Windturbinen auf dem Festland erhalten. Die Lieferung von 258 je 2,3 Megawatt (MW) starken Turbinen mit einer Gesamtleistung von 593 MW sei die bislang größte Onshore-Bestellung, teilte das Unternehmen mit.

Im TecDAX fielen Roth & Rau wegen einer Gewinnwarnung um 11,5% auf 12,25 EUR. Der Wertberichtigungsbedarf sei überraschend gewesen, begründete ein Händler den Kursrutsch. Dagegen war die Aktie von Singulus weiterhin gefragt und stieg um 5,7% auf 4,16 EUR. Im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe) hatte der Vorstandsvorsitzende Stefan Rinck geäußert, dass das Unternehmen im kommenden Jahr operativ einen Gewinn anstrebe.

DJG/mif/cln

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