Dez 282010
 
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FRANKFURT (dpa-AFX) – Wer Gold als Anlage genutzt hat, darf sich freuen.
Alle, die im nächsten Jahr goldene Geschenke machen wollen müssen tiefer in die
Tasche greifen. Die rasante Preisrallye beim Gold wird nach übereinstimmender
Meinung von Experten auch 2011 ungebremst weiter laufen. Solange die Zinsen in
den führenden Industrienationen auf einem Rekordtief verharren, sehen
risikoscheue Investoren nur wenig Alternativen für die Geldanlage. Auf
Festgeldkonten gibt es kaum Rendite und da greifen viele zum Gold.

Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs
gehen davon aus, dass der Preis für die Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bis zur
Jahresmitte 2011 auf 1565 Dollar steigen wird. Ende 2011 erwarten sie sogar
Preise knapp unter 1700 Dollar. Zum Vergleich: Aktuell kostet eine Feinunze Gold
rund 1375 Dollar (derzeit rund 1045 Euro). Alleine im laufenden Jahr verteuerte
sich das gelbe Edelmetall um etwa 25 Prozent.

Für den Rohstoffexperten Jochen Hitzfeld von der Bank Unicredit
ist der Edelmetallsektor ‚der Favorit für die nächsten sechs
Monate‘. Vor dem Hintergrund der vielen Unsicherheiten an den Finanzmärkten ist
auch für Michael Lewis von der Deutschen Bank klar: ‚Gold wird seinen Höhenflug fortsetzen.‘

Preistreiber Nummer eins beim gelben Edelmetall ist und
bleibt die Sorge der Anleger vor den Folgen der schweren Schuldenkrise in den
westlichen Industriestaaten. Vor allem die Geldpolitik der USA treibt den
Investoren Sorgenfalten in Gesicht. Zuletzt waren Spekulationen am Markt
aufgetaucht, wonach die US-Notenbank eine weitere Aufstockung des Programms zum
Kauf von Anleihen verkünden werde. Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte zuvor eine
Ausweitung des Programms über die bisher angekündigten 600 Milliarden Dollar
hinaus angedeutet.

Für den Rohstoffexperten Eugen Weinberg von der Commerzbank
steht fest: Eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der größten
Volkswirtschaft der Welt wird den Goldpreis weiter nach oben treiben. Seit dem
Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise vor zwei Jahren spülte die
Geldpolitik der US-Notenbank massenhaft frisches Geld in die Finanzmärkte.
Irgendwo müssen die vielen Milliarden Dollar angelegt werden und da verspricht
der Kauf des gelben Edelmetalls für die kommenden Monate starke Renditen bei
vergleichsweise niedrigem Risiko.

Zudem sieht Experte Hitzfeld Probleme bei der Förderung von Gold
als Preistreiber beim gelben Edelmetall. Schon vor etwa sieben Jahren habe die
globale Goldproduktion bei jährlich 2590 Tonnen den Höhepunkt überschritten.
Obwohl der Goldpreis seitdem beispiellos nach oben schoss, trete die Produktion
mehr oder weniger auf der Stelle, sagte Hitzfeld. Zudem seien die weltweiten
Goldreserven in den vergangenen Jahren massiv zusammengeschmolzen. Hitzfeld
verwies auf Angaben des US Geological Survey, wonach der globale Goldschatz von
etwa 50.000 Tonnen im Jahr 2002 auf rund 47.000 Tonnen im Jahr 2009 gesunken sei.

Einen weiteren Preistreiber sehen Experten auch im Rohstoffhunger
Chinas. Wie in vielen asiatischen Ländern schätzen weite Teile der chinesischen
Bevölkerung das gelbe Edelmetall als eine sichere und lukrative Anlageform.

Aber allen Experten ist durch die Bank klar: Kein Preis kann
ewig steigen. Auch der Goldpreis nicht. Irgendwann wird das gelbe Edelmetall
wieder günstiger zu haben sein. Nach Einschätzung der Ökonomen von Goldman Sachs
kann das aber noch dauern. Sie rechnen frühestens 2012 mit einem nennenswerten
Rückgang beim Goldpreis./jkr/bgf

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