Dez 282010
 

TOKIO (Dow Jones)–Der anhaltend starke Yen und die schwache Entwicklung an der Börse in Schanghai haben am Dienstag in Tokio für leichte Kursabgaben gesorgt. Der Nikkei-225-Index reduzierte sich bei erneut sehr niedrigen Umsätzen um 0,6% bzw 63 Punkte auf 10.293. Der Topix schloss mit einem Minus von 0,2% bzw zwei Punkten bei 903.

So ist der Dollar am Berichtstag gegenüber dem Yen auf den niedrigsten Stand seit rund drei Wochen gefallen. „Nur wenige Investoren rechnen derzeit mit einem nachgebenden Yen was für eine verstärkte Zurückhaltung bei Aktien-Engagements sorgt“, sagte ein Händler.

„Es scheint klar, dass China am Beginn eines Zinserhöhungszyklus steht, was die Börsen weltweit etwas belastet. Doch die jüngste Anhebung ist erwartet worden, so dass es zu keiner Überreaktion der Märkte kommen dürfte“, sagte ein Teilnehmer mit Verweis auf die schwache Entwicklung in Schanghai. Die Analysten von RBC Capital Markets rechnen im kommenden Jahr mit insgesamt drei Zinserhöhungen durch die chinesische Notenbank um jeweils 25 Basispunkte.

Auch gute japanische Konjunkturdaten vermochten den Markt nicht zu stützen. Die Einzelhandelsumsätze sind im November gestiegen, nachdem im Vormonat ein Rückgang verbucht werden musste. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahresmonat lag bei 1,3% und damit wesentlich höher als von Volkswirten erwartet. Auch die Industrieproduktion hat im November nach vorläufigen Angaben deutlich zulegen können. Hier stieg die Produktion saisonbereinigt und gegenüber dem Vormonat um 1,0%, womit der erste Anstieg seit sechs Monaten verzeichnet wurde. Allerdings steckt Japan weiter in einer hartnäckigen Deflation. Die Lebenshaltungskosten für die japanischen Verbraucher sanken im November bereits den 21. Monat in Folge.

Vor allem die Exportwerte zeigten sich aufgrund der starken japanischen Währung überwiegend mit Abgaben. So verloren Sony 0,1% auf 2.957 JPY, Toyota reduzierten sich um 0,2% auf 3.225 JPY und Nissan schlossen mit einem Minus von 1,3% bei 781 JPY. Mizuho Financial Group verbesserten sich dagegen um 1,3% auf 155 JPY. Der Präsident des Unternehmens hatte in einem Interview betont, dass es keine Notwendigkeit für eine Kapitalerhöhung gebe.

Dai-ichi-Life verbesserten sich um 2,1% auf 133.600 JPY. Der Lebensversicherer will den australischen Mitbewerber Tower Australia für rund 100 Mrd JPY komplett übernehmen. Dai-ichi-Life, die bereits 29,7% an Tower Australia hält, wolle sämtliche restlichen Aktien des australischen Lebensversicherers bis zum Frühjahr kaufen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag zu Dow Jones Newswires. Dai-ichi-Life hatte bei ihrem Börsengang im April rund 1 Bill JPY eingesammelt. Wegen der alternden Bevölkerung im Heimatland hatte der zweitgrößte japanische Versicherer eine Expansion ins Ausland in Aussicht gestellt.
DJG/DJN/ros/dok

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