Dez 232010
 

BERLIN (dpa-AFX) – Die Deutschen werden im kommenden Jahr im Schnitt
wohl weniger Geld im Portemonnaie haben. Steuerlich werden sie zwar etwas
entlastet, da Aufwendungen für die Altersvorsorge besser abgezogen werden
können. Doch diese Effekte werden durch die höheren Beiträge zur gesetzlichen
Krankenkasse und für die Arbeitslosenversicherung aufgehoben – vor allem für die
unteren und mittleren Einkommen. Unterm Strich werden die Bundesbürger bis zu 94
Euro weniger Netto in der Tasche haben, berechnet der Bund der Steuerzahler.
Zusätzliche Belastungen kommen auf die Verbraucher zudem durch steigende Kosten
für Energie und Flugreisen hinzu. Auch für Tickets in Verkehrsverbünden muss ab
1. Januar in einigen Regionen mehr gezahlt werden.

Auch wenn Konjunkturforscher davon ausgehen, dass die Kaufkraft
der Konsumenten durch steigende Einkommen insgesamt wächst, wird der Einzelne
2011 wohl weniger in seine Lohntüte vorfinden. Experten des Steuerzahlerbundes
rechneten aus, dass eine Familie mit einem Kind bei einem monatlichen
Bruttoeinkommen von 2500 Euro im Jahr fast 94 Euro weniger in der Tasche haben
wird. Bei einem Bruttoverdienst von 3000 Euro sind das noch rund 80 Euro
weniger, bei einem Spitzeneinkommen von 8000 Euro hingegen nur knapp 17 Euro.
Wer nur 1000 Euro Brutto verdient, hat aber immer noch eine Mehrbelastung von 48 Euro.

Auch Singles werden weniger zur Verfügung haben. Für einen
Alleinstehenden ohne Kinder rechnen die Experten bei einem Bruttoeinkommen von
2500 Euro mit einem Minus von 56 Euro. Bei 3500 Euro wären das sogar 62 Euro
weniger. Wer 8000 Euro brutto verdient, hat aber nur noch eine jährliche
Mehrbelastung von etwas mehr als einem Euro.

Zum Jahreswechsel bekommen die Bundesbürger die Sparpolitik der
Bundesregierung und die gesetzliche Schuldenbremse zu spüren. So steigt der
Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 2,8 auf 3,0 Prozent. Bei 2500 Euro
Monatseinkommen muss der Beschäftigte 2,50 Euro mehr bezahlen, seine Firma
ebenfalls. Für die 50 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung
erhöht sich der Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Anstieg belastet
Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit jeweils 0,3 Prozentpunkten
zusätzlich./mma/DP/bgf

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