Dez 202010
 

BERLIN (dpa-AFX) – Der Bund steuert dank des Konjunkturaufschwungs und
sprudelnder Steuereinnahmen in diesem Jahr weiter auf eine deutlich geringere
Neuverschuldung zu als eingeplant. “Nach aktueller Einschätzung erscheint
hinsichtlich der Neuverschuldung am Jahresende ein Ergebnis von unter 50
Milliarden Euro möglich”, heißt es im aktuellen Monatsbericht des
Bundesfinanzministeriums vom Montag.

Die sich nun abzeichnende Nettokreditaufnahme wird seit längerem erwartet.
Sie fällt weit geringer aus als die zunächst veranschlagten rund 80 Milliarden
Euro. Es wäre aber immer noch die mit Abstand höchste Nettokreditaufnahme in der
bundesdeutschen Geschichte. Für 2011 hat der Bund neue Schulden von 48,4
Milliarden Euro geplant.

Ende November betrug das Finanzierungsdefizit des Bundes zwar noch 60,5
Milliarden Euro. Im Monatsbericht wird aber darauf verwiesen: “Erfahrungsgemäß
verbessert das Dezember-Ergebnis den Finanzierungssaldo merklich.”

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern (ohne Gemeinden) stiegen im
November gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,5 Prozent. Im Zeitraum Januar bis
November 2010 wurde das Vorjahresniveau um 0,2 Prozent übertroffen. Für das
ganze Jahr 2010 und den Gesamtstaat hatten die Steuerschätzer zuletzt ein Plus
von 0,3 Prozent vorausgesagt.

Das Finanzministerium erwartet auch für die letzten drei Monate des Jahres
ein starkes Wachstum der deutschen Wirtschaft. “Die aktuellen Konjunkturdaten
deuten darauf hin, dass der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im
Schlussquartal dieses Jahres andauert.” Die Industrieproduktion habe im Oktober
deutlich zugelegt. Die Auslandsnachfrage nach deutschen Industriegütern habe
sich jedoch merklich abgeschwächt. Beschäftigungsaufbau und Rückgang der
Arbeitslosigkeit setzten sich fort./sl/DP/bgf

Sorry, the comment form is closed at this time.