Dez 172010
 

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Eurokurs hat am Freitag nach dem EU-Gipfel
eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Am Nachmittag sank der Euro deutlich unter
die Marke von 1,32 US-Dollar, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 1,3358 Dollar
gestiegen war. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag
mit 1,3150 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den
Referenzkurs auf 1,3260 (Donnerstag: 1,3238) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar
kostete damit 0,7542 (0,7554) Euro.

‚Der Euro hat zunächst von den raschen Entscheidungen auf dem
EU-Gipfel in Brüssel profitiert‘, sagte Jana Maier, Devisenexpertin vom Bankhaus
HSBC Trinkaus. Dies habe etwas zur Beruhigung beigetragen. Die Staats- und
Regierungschefs der Europäischen Union hatten am Donnerstag einen
Krisenmechanismus für die Stabilität des Euro und eine Änderung des
Lissabon-Vertrags beschlossen. Rückenwind erhielt der Euro laut Maier auch von
dem rekordhohen Ifo-Geschäftsklimaindex. Die Wirtschaft werde nicht mehr nur
durch den Export, sondern auch durch den Konsum gestützt.

Im Nachmittagshandel geriet der Euro aber wieder zunehmend unter Druck.
‚Offenbar hat sich hier doch die starke Herabstufung der Kreditwürdigkeit von
Irland durch die Ratingagentur Moody’s bemerkbar gemacht‘, sagte Maier. Moody’s
hatte die Bewertung Irlands am Freitag gleich um fünf Noten nach unten gesetzt.
In den vergangenen Tagen hatte Moody’s bereits Spanien und Griechenland eine
Herabstufung angedroht. ‚Angesichts des vor Weihnachten dünner werdenden Handels
nimmt aber auch die Schwankungsanfälligkeit zu‘, sagte Maier.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro auf 0,85185 (0,84795) britische Pfund , 111,26 (111,28)
japanische Yen und 1,2738 (1,2849) Schweizer Franken
fest. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am
Nachmittag mit 1.368,50 (1.363,00) Dollar gefixt. Ein Kilo Gold kostete
unverändert 32.600,00 (33.120,00) Euro./jsl/bgf/tw

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