Dez 172010
 

17.12.2010 08:21:00 – XETRA-VORBERICHT/DAX kaum verändert – ifo & Hexensabbat im Blick
FRANKFURT(Dow Jones)–Mit einem kaum veränderten Handelsstart am deutschen Aktienmarkt rechnen Marktteilnehmer am Freitag. Erste Indikationen sehen den Index rund 0,1% fester bei 7.031 Punkten. Die Nachrichtenlage bei Unternehmen sei dünn, im Fokus dürfte der Hexensabbat genannte Große Verfalltermin an der Terminbörse Eurex stehen. Allerdings schienen die Positionen hier nach beiden Seiten gut ausgeglichen, so dass es lediglich am Mittag zum Indexverfall und zum Börsenschluss volatile Einzelbewegungen geben dürfte. Im Fokus stehe daneben der ifo-Index am Vormittag, bei dem die Erwartungshaltung relativ hoch sei. „Vor allem eine verschlechterte Erwartungskomponente der Unternehmen könnte dann belasten“, meint ein Händler.

Auf der Politagenda stehen die EU-Aussagen zur Einrichtung einer ständigen Hilfe für Krisenstaaten und der Absage an Euro-Bonds. Der EU-Gipfel habe zum Umgang mit Schuldenproblemen in der Eurozone nach 2013 deutlich schneller einen Kompromiss ausgearbeitet, als es „eigentlich“ zu erwarten war. Allerdings sei die Einführung des European Stability Mechanism in der Tat ein Minimalkompromiss. Ob das die Marktteilnehmer beruhige, dürfe bezweifelt werden, weil letztlich die konkrete Gestaltung von Unterstützungsleistungen nicht recht definiert sei. „Das Thema dürfte sich aber eher an Devisen- und Renten-Märkten spiegeln“, so ein Aktienhändler. Der Euro tendiert am Morgen etwas fester gegenüber dem Dollar und klettert über die Marke von 1,33 USD.

Positiv für SAP werten Händler die Nachrichtenlage für die Softwareschmiede. Die am Donnerstagabend vorgelegten Zahlen von Oracle seien gut für die Gesamtbranche, SAP-spezifisch treibe jedoch das Interesse von Katar und der gleichzeitige Verkaufswille von SAP-Mitgründer Tschira. „Einer will kaufen und einer verkaufen – das gibt eine runde Investmentstory“, sagt ein Händler. Katar stehe nach Berichten der „Financial Times Deutschland“ erst am Beginn von Direktinvestition in das deutsche IT-Segment, zitiert die Zeitung den Finanzminister Kamal.

Gleichzeitig betont SAP-Mitgründer Klaus Tschira, er sei grundsätzlich bereit, seinen Anteil an dem Softwarehersteller zu verkaufen. „Beim richtigen Preis wäre ich natürlich bereit, meine Anteile zu verkaufen,“ sagte Tschira zu „Capital“. Einziger Wermutstropfen in der Nachrichtenlage seien Aussagen Oracles, man habe den Marktanteil gegenüber SAP weiter ausgebaut. SAP werden vorbörslich rund 1,5% fester gesehen.

Keine Auswirkung auf Hochtief sehen Händler in der Forderung eines US-Fonds, keine weiteren Kapitalerhöhungen vorzunehmen. „Die stehen auf der Seite von ACS und haben schon den Rücktritt aller Manager bei Hochtief gefordert“, sagt ein Händler. Dies sei „bestenfalls als Geplänkel“ zu bezeichnen. Der US-Fonds Southeastern Asset Management hat das Management von Hochtief gewarnt, keine weiteren Kapitalerhöhungen vorzunehmen.

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