Dez 162010
 

dpa-AFX: IfW hebt Wachstumsprognose für Eurozone trotz Schuldenkrise minimal an
KIEL (dpa-AFX) – Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine
Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone trotz der Schuldenkrise
minimal angehoben. Für das laufende Jahr sei ein Wirtschaftswachstum von 1,7
Prozent zu erwarten, teilte das IfW am Donnerstag in Kiel mit. Im September
hatten die Forscher noch ein etwas geringeres Wachstum von 1,6 Prozent
prognostiziert. Im kommenden Jahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum jedoch
wieder auf 1,3 (bisher: 1,2) Prozent abschwächen. Auch für 2012 rechnen die
Forscher mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Insbesondere in Deutschland zeige
sich die Wirtschaft robust. Hier hoben die Forscher die Prognosen erneut an.

Im laufenden Jahr habe sich die Konjunktur im Euroraum stabilisiert.
Die Stimmungsindikatoren deuteten zwar an, dass die konjunkturelle Erholung im
Winterhalbjahr anhalte. Der erhebliche negative Fiskalimpuls, der unter anderem
wegen der zusätzlichen Maßnahmen in Irland und Portugal nochmals größer
ausfallen dürfte als in der Herbstprognose angenommen, dürfte aber im Verlauf
des kommenden Jahres zu einer spürbaren Dämpfung führen. Vor allem der
öffentliche Konsum wird in den Jahren 2011 und 2012 wohl nur ausgesprochen
schwach expandieren. Der Außenhandel dürfte hingegen insbesondere im kommenden
Jahr positiv zur Expansion beitragen.

Angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten erwartet das
IfW, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins erst zu Beginn des
Jahres 2012 erhöhen wird. Die Finanzpolitik im Euroraum sei im Prognosezeitraum
spürbar restriktiv ausgerichtet. Die Konjunkturprogramme liefen aus, und die
meisten Regierungen ergriffen Konsolidierungsmaßnahmen./jha/bgf

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