Dez 152010
 

15.12.2010 17:33
UPDATE: US-Industrieproduktion im November stärker als erwartet

DJ UPDATE: US-Industrieproduktion im November stärker als erwartet

(NEU: Kommentare von Volkswirten)

WASHINGTON (Dow Jones)–Die Industrieproduktion in den USA ist im November stärker als erwartet gestiegen und hat damit nach Rückgängen in den beiden Vormonaten wieder an ihren Aufwärtstrend angeknüpft. Wie die Federal Reserve am Mittwoch mitteilte, stieg die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um 0,4%. Zugleich erhöhte sich die Kapazitätsauslastung auf 75,2%. Im Vorfeld hatten Ökonomen einen Anstieg der Produktion um 0,3% prognostiziert, für die Kapazitätsauslastung war ein Wert von 75,0% vorhergesagt worden.

Bankvolkswirte werteten vor allem den kräftigen Zuwachs bei den Unternehmensinvestitionen als positives Signal. „Besonders erfreulich im Hinblick auf den zu erwartenden Wachstumsbeitrag in der BIP-Abgrenzung ist der Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen um 0,9%“, kommentierte NordLB-Volkswirt Bernd Krampen. „Negativ wirkte sich das Minus im Fahrzeugbereich aus. Ohne diesen Sektor wäre ein Plus von 0,7% zu verzeichnen gewesen.“

Mit Blick auf die Geldpolitik fügte Krampen hinzu: „Nach den gestrigen starken Einzelhandelszahlen und dem positiven Signal für den privaten Verbrauch deutet sich nun auch für den verarbeitenden Sektor eine durchaus stabile Entwicklung im vierten Quartal an. Auch wenn der Tenor im gestrigen FOMC-Statement nochmals in Moll ausfiel – die Zweifel an der Notwendigkeit (der zweiten Runde von Anleihekäufe durch die US-Notenbank) angesichts dieser robusten Datenlage nehmen langsam zu.“

Der unerwartet starke Zuwachs der Industrieproduktion im November wird allerdings durch die Revision der Vormonatsdaten etwas relativiert. So war die Produktion im Oktober revidierten Angaben zufolge um 0,2% zurückgegangen, nachdem vorläufig eine Stagnation berichtet worden war. Die Kapazitätsauslastung im Oktober wurde auf 74,9% (vorläufig: 74,8%) korrigiert.

Im verarbeitenden Gewerbe, das für einen Großteil der Industrieproduktion steht, wurde im November binnen Monatsfrist ein Produktionsplus von 0,3% (Vormonat: plus 0,4%) verzeichnet. „Hier drückte jedoch wiederum die stark schwankende Autoproduktion das Ergebnis“, erklärte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. „Sie fiel gleich um 6,0%. In anderen Sparten ergaben sich dagegen durchaus markante Zuwächse.“

Gleichwohl dürfte die US-Industrie laut Bayer im laufenden Quartal keinen großen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten: „Selbst wenn der Dezember einen weiteren Anstieg bringen sollte, wird das Produktionsplus gegenüber dem Vorquartal in annualisierter Rechnung kaum über 1% hinauskommen.“

Den weiteren Angaben der Fed zufolge ergab sich bei den Versorgern ein Anstieg von 1,9% (Vormonat: minus 3,7%). Der Bergbausektor verbuchte eine Abnahme um 0,1% (minus 0,2%). Die Herstellung von Investitionsgütern erhöhte sich um 0,9% (plus 1,4%), bei Werkstoffen wurde ein Anstieg von 0,7% (minus 0,4%) verzeichnet.

„Ob die jüngste allgemeine Stimmungsverbesserung den Vorboten einer beschleunigten Expansion bildet, bleibt abzuwarten. Die Kapazitätsauslastung dürfte in jedem Fall noch eine ganze Weile benötigen, bis sie wieder ein Normalniveau erreicht. Daher ist in nächster Zeit nicht mit nennenswertem Inflationsdruck zu rechnen“, resümierte Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz.

Webseite: www.federalreserve.gov

DJG/DJN/mle/kth

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