Dez 152010
 

15.12.2010 18:02
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax leicht im Minus – Sorgen um Spanien

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat seine Verluste trotz Sorgen um die Finanzlage Spaniens am Mittwoch in Grenzen halten können. Der Leitindex ging mit minus 0,16 Prozent bei 7.016,37 Punkten aus dem Handel, nachdem er zwischenzeitlich bis zu 0,90 Prozent unter seinem Schlusskurs vom Vortag gelegen hatte. Der MDax gewann sogar 0,20 Prozent auf 9.921,28 Punkte, während der TecDax um 0,50 Prozent auf 831,84 Punkte sank.

Auf die Stimmung drückte, dass die Ratingagentur Moody’s nur zweieinhalb Monate nach der letzten Abstufung prüft, die Bonität Spaniens erneut herabzusetzen. „Das hat die Märkte beeindruckt, sollte sie aber nicht nachhaltig belasten“, sagte Aktienexperte Tilmann Galler von JPMorgan Asset Management. Dafür seien die makroökonomischen Daten zu positiv. „Man sieht auf breiter Front, dass die Frühindikatoren in den USA nach oben drehen.“ In den USA hatte sich etwa die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York – gemessen im Empire-State-Index – aufgehellt. Zudem war die US-Industrieproduktion stärker als erwartet gestiegen.

Die Überlegungen von Moody’s machten den Bankenwerte zu schaffen. Die Aktien der Deutschen Bank büßten 1,69 Prozent auf 39,485 Euro ein. Dass der Verkauf der Tochter BHF-Bank einem „Handelsblatt“-Bericht zufolge nicht von der Stelle kommt, spielte einem Börsianer zufolge kaum eine Rolle. Commerzbank-Titel verloren indes 1,00 Prozent auf 5,840 Euro.

Abgeschlagenes Dax-Schlusslicht waren mit minus 5,73 Prozent auf 44,195 Euro die Papiere von Beiersdorf nach negativ aufgenommenen Gewinnzielen. Der Konsumgüterhersteller erwartet wegen steigender Investitionen in seine Marken im kommenden Jahr einen stabilen Umsatz, aber weniger Gewinn. Die am Freitag gesenkten Renditeziele für 2010 seien bereits eine „versteckte Gewinnwarnung gewesen“, kommentierte Analyst Marco Günther von der Hamburger Sparkasse. Die Stimmung für die Aktie habe sich zuletzt deutlich eingetrübt.

Klar besser entwickelten sich die Aktien von Siemens nach dem angekündigten Verkauf des IT-Dienstleisters SIS an das französischen Informationstechnologie-Unternehmen Atos Origin . Die Papiere verbuchten als Spitzenreiter im Dax einen Aufschlag von 2,26 Prozent auf 93,19 Euro. Mit dem Schritt werde Siemens einen großen Verlustbringer los, sagte ein Börsianer.

Die Aktien des Salz- und Düngemittelproduzenten K+S gewannen 1,59 Prozent auf 54,870 Euro. Das Unternehmen hatte am Vortag die Preise für Kali-Standarddünger erhöht. Ein Analyst wies zudem darauf hin, dass die Lagerbestände an Kalidüngemitteln bei nordamerikanischen Produzenten für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrig seien. Vor diesem Hintergrund seien weitere Preiserhöhungen denkbar.

Im MDax sprangen Hochtief-Aktien an, nachdem der spanische Baukonzern ACS sein Übernahmeangebot erhöht hatte. ACS bietet nun neun statt acht eigene Aktien für fünf Hochtief-Papiere. Hochtief-Titel gingen mit plus 2,08 Prozent bei 65,72 Euro aus dem Handel.

Der EuroStoxx 50 verlor deutlicher als der Dax – und zwar 0,69 Prozent auf 2841,99 Punkte. Verluste erlitten auch die Leitindizes in Paris und London. Der US-Leitindex Dow Jones notierte dagegen zum europäischen Handelsschluss im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,65 (Vortag: 2,59) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,29 Prozent auf 124,24 Punkte. Der Bund Future gewann 0,06 Prozent auf 124,19 Punkte. Der Kurs des Euro sank: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3360 (1,3435) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7485 (0,7443) Euro./chs/tw

AXC0245 2010-12-15/18:02

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