Dez 152010
 

15.12.2010 18:09
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Schwächer – Drohende Spanien-Abstufung belastet

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Neue Sorgen vor einer Ausweitung der Schuldenkrise haben die wichtigsten europäischen Aktienindizes zur Wochenmitte belastet. Nach seiner jüngsten Erholungsrally setzte der Eurostoxx 50 am Mittwoch um 0,69 Prozent zurück auf 2.841,99 Punkte. In Paris büßte der CAC-40-Index 0,58 Prozent auf 3.880,19 Punkte ein. Der britische FTSE 100 sank um 0,15 Prozent auf 5.882,18 Punkte.

Die Verschuldung in der Eurozone wurde laut Börsianern von Moody’s wieder stärker in den Fokus gerückt. Die Ratingagentur prüft derzeit eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens. Erst Ende September hatte die Agentur dem hoch verschuldeten Spanien die Bestnote „AAA“ entzogen und den Ausblick auf stabil gesetzt. Normalerweise deutet dies darauf hin, dass mittelfristig keine weitere Abwertung droht. Moody’s begründete die aktuelle Prüfung unter anderem mit dem hohen Finanzbedarf Spaniens im aktuell schwierigen Marktumfeld. Nach positiv aufgenommenen Konjunkturdaten aus den USA entfernten sich die Indizes am Nachmittag jedoch von ihren Tagestiefstständen.

Besonders Bankentitel gerieten unter Druck. So rutschten Papiere der Unicredit mit minus 4,18 Prozent auf 1,6290 Euro an das Ende des EuroStoxx, gefolgt von Intesa SanPaolo mit einem Abschlag von 2,83 Prozent auf 2,1475 Euro. Auch die Anteile spanischer Finanzinstitute tendierten sehr schwach, Santander verbilligten sich um 2,64 Prozent auf 8,1470 Euro. Auch im „Footsie“ mit Barclays und im Schweizer SMI mit Julius Bär trugen Finanzpapiere die rote Laterne.

Im negativen Marktumfeld mussten auch die Aktienkurse führender Autokonzerne nach aktuellen Absatzzahlen für Europa kräftige Verluste verkraften. Nach Angaben des Branchenverbandes ACEA ging die Zahl der Neuzulassungen im November im Jahresvergleich um rund sieben Prozent zurück. Damit schwächte sich der Abwärtstrend der vergangenen Monate zwar ab, dennoch verloren die zuletzt besonders gefragten Autotitel deutlich an Wert. Peugeot-Aktien büßten 2,51 Prozent auf 30,325 Euro ein, Renault verbilligten sich um 1,84 Prozent auf 43,660 Euro.

Dagegen konnten sich die Aktien des Pharmakonzerns Novartis nach der Komplettübernahme von Alcon an der Börse in Zürich gegen den schwachen Trend stemmen. Sie gewannen 4,94 Prozent auf 56,25 Franken und zogen damit auch den Index des Gesundheitssektors an die Spitze der Branchenübersicht.

Dass der jahrelange Streit der Deutschen Telekom mit dem Konkurrenten Vivendi um die polnische Mobilfunkgesellschaft PTC beigelegt wurde, ließ die Vivendi-Aktien um 1,05 Prozent auf 20,705 Euro steigen. Der französische Medien- und Telekomkonzern erhält laut Angaben der Telekom etwa 1,25 Milliarden Euro für den Verzicht jeglicher Ansprüche an PTC./ag/tw

AXC0246 2010-12-15/18:09

© 2010 dpa-AFX

Sorry, the comment form is closed at this time.